„Wir machen eine Befragung und niemand geht hin”

Brigitta Gruber von @rbeitsleben möchte in ihrem Vortrag die Teilnehmenden mitnehmen auf dem Weg von soliden Daten zu konkreten Taten. Sie führt aus, dass es in den Betrieben inzwischen zahlreiche Ermittlungen gibt, aber die Beschäftigten würden müde, wenn dann nichts folgt oder sie nicht erfahren, was geschieht. Ein Ausfall der Beschäftigten bei der nächsten Erhebung könnte die Folge sein, selbst wenn diese Erhebung in ihrem Interesse ist.

Die Reihenfolge bei der Durchführung einer ganzheitlichen Gefährdungsbeurteilung muss daher sein: Beurteilung der Bedingungen, Erkennen der Gefährdungen und Festlegen und Kommunizieren von Maßnahmen.

Nicht-Ziel des ArbSchG sei es, so Brigitta Gruber, psychische Erkrankungen zu erkennen und zu behandeln, vielmehr ist der präventive Auftrag für gute bewältigbare Arbeit für Leib und Seele im ArbSchG festgeschrieben. Um dort hin zu kommen, gilt es Wert auf vier Faktoren zu legen:
1. Die Arbeit soll gut ausführbar sein,
2. Schädigungslosigkeit der Arbeit
3. Persönlichkeitsförderlichkeit
4. Wohlbefinden

Die Gefährdungsbeurteilung psychische Belastungen ist also insgesamt ein Entwicklungs- und Dialogprozess mit Konzepterstellung, Befragung, Workshops, der Installierung eines Lenkungskreises für das Erstellen eines Aktionsplans mit Bericht an die Beschäftigten, der Umsetzung vereinbarter Maßnahmen und der Wirkungsüberprüfung mit internen Kümmerern.

Letztlich beschreibt Brigitta Gruber einige Beispiele, die Ergebnisse sichtbar machen können, z.B. zur Aufbereitung eines instruktiven Untersuchungsberichts, in dem die Probleme auch farblich markiert sind, oder ein übersichtliches Maßnahmenblatt mit Zuständigkeit, Termin und Kontrolle.

Es sei wichtig, auch diejenigen Gegebenheiten, die gut laufen, sichtbar zu machen. Denn wenn sie heute nicht wertgeschätzt werden, kann es leicht passieren, dass wir sie morgen verloren haben. Insgesamt sei aber für die Zukunft der Arbeitswelt eher eine Ressourcenorientierung wünschenswert gegenüber einer Risikoorientierung wie sie in der Gefährdungsbeurteilung zum Tragen kommt.

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