Von Pistolen und Krokodilen

Als erster Referent erläuterte gestern Klaus Peters das System der indirekten Steuerung anhand von Pistolen und Krokodilen. Wenn früher der Arbeitgeber notfalls mit einer “Pistole” die Durchsetzung von Anweisungen sicherstellte, wird heute ein “Krokodil” eingesetzt, welches für den entsprechenden Druck sorgt, dass Arbeiten erledigt werden. Dieses sei ein völlig neues System und nicht eine Erweiterung der bisherigen Druckszenarien, stellte Klaus Peters sehr eindrücklich anhand von Beispielen fest. Er sprach in dem Zusammenhang von der interessierten Selbstgefährdung.

Diese systemische Veränderung führt zu neuen psychischen Belastungen bei den Beschäftigten und hat zusätzlich massive Auswirkungen auf die Arbeit von Interessenvertretungen. Denn Interessenvertretungen werden in diesem System nicht mehr als Unterstützung sondern als weitere Hürde auf dem Weg zum Erfolg angesehen.

2 Gedanken zu „Von Pistolen und Krokodilen“

  1. Klaus Peters ist ein toller Vortragender! Mir stellt sich die Frage: hat er auch “Lösungsmöglichkeiten” untersucht oder probiert, um dem Phänomen der “interessierten Selbstgefährdung” entgegenzuwirken? Wenn ja: Welche?

    Das müsste doch insbesondere auch für die Interessensvertretungen die spannendste der Fragen zu diesem Thema sein!?

    1. Liebe Evelyn,
      Vielen Dank für deinen Kommentar.
      Die Frage des Entgegenwirkens gegen die Interessierte Selbstgefährdung war Thema in mehreren Workshops der Ideenschmiede. Die von den Teilnehmenden organisierten Workshops beschäftigten sich sowohl mit der Bändigung des Krokodils, der betrieblichen Öffentlichkeitsarbeit zum Thema, der Integration in die Gefährdungsbeurteilung oder auch einer Herangehensweise mithilfe von Theater.
      Herzlichen Gruß vom Gesundheitsgipfel
      Christine vom Gipfelteam

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