„Moderne Zeiten“ 4.0

Im zweiten Beitrag am Montag berichtet Dr. Rolf Schmucker vom Index Gute Arbeit über Ergebnisse der Beschäftigtenbefragung zum Thema „Digitalisierung der Arbeit“. In einer kurzen Einführung zeigte er einen Ausschnitt des Films „Moderne Zeiten“ mit Charly Chaplin aus dem Jahr 1936, um die Belastungen der früheren Jahre anschaulich zu machen.

Heute erleben wir folgende technische Ebenen der Digitalisierung:
– Webbasierte Kommunikation
– Internet der Dinge
– Neue Automatisierungsansätze

Was aber bedeutet die Einführung der Digitalisierung für die Arbeitsplätze? Neue Weiterbildungsbedarfe entstehen, es findet Auslagerung von Arbeit an formal Selbstständige statt und die Betriebszugehörigkeit wird für verschiedene Gruppen fraglich.

Es entstehen durch die Digitalisierung neue Chancen und Risiken, Entlastungen und Belastungen. Diese hat der Index Gute Arbeit untersucht.

Zunächst wurde festgestellt, dass mehr als 80% der Befragten von der Digitalisierung betroffen sind, mehr als 60% sogar in hohem oder sehr hohem Maße. Die Wahrscheinlichkeit der Betroffenheit steigt mit dem Qualifikationsniveau.

Auf die Frage, ob die Arbeitsbelastung durch die Digitalisierung insgesamt gestiegen ist, antworteten: 46% mit ja, für 9% ist sie geringer geworden, gleich geblieben ist sie für 45%.
Größere Entscheidungsspielräume sahen nach Einführung von Digitalisierung 27%, geringere 13%, gleiche 60%. Dabei fiel auf, dass besonders Beschäftigte mit schlechten Arbeitsbedingungen eher geringer gewordene Entscheidungsspielräume verzeichneten.
Das Thema Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben bewerteten die Befragten wie folgt: für 68% hat sich nichts geändert, 21% sahen mehr Möglichkeiten, 11% weniger. Auch hier gab es eine Auffälligkeit. Diejenigen, die eine bessere Vereinbarkeit sahen, hatten bei der Abfrage der psychische Belastungen höhere Werte, z.B. fühlten sie sich deutlich gehetzter. Dies lässt den Schluss zu, dass die größere Freiheit mit mehr Verdichtung der Arbeit bezahlt wird.
Ein weiteres Thema war die Überwachung: größer geworden ist sie für 46% der Befragten, geringer für 4%, gleich geblieben für 50%.

Rolf Schmucker berichtete zusätzlich kurz von einer weiteren Befragung, diesmal zur Verteilung der Belastungsfaktoren.

Hier wurde festgestellt, dass auf die Frage nach Störungen/Unterbrechungen bei der Arbeit diejenigen Befragten „sehr häufig und oft“ antworteten, die stärker von digitaler Arbeit betroffen waren. Je mehr die Befragten mit digitaler Arbeit zu tun hatten, desto mehr tauchten durch Störungen/Unterbrechungen verursachte Stressoren auf. Sie sind inzwischen als Risikofaktor für psychosomatische Erkrankungen identifiziert.

 

 

 

 

 

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