GIPFEL022: Alles Burnout oder was?

Referentin: Ulrike Hein Rusinek

„In der einen Hälfte des Lebens opfern wir die Gesundheit, um Geld zu erwerben in der anderen opfern wir Geld, um die Gesundheit wieder zu erlangen.Und während dieser Zeit gehen Gesundheit und Leben von dannen.“ (Zitat von Voltaire: Gesundheit und Arbeit)


In den letzten sechs Jahren gab es einen starker Anstieg psychischer Erkrankungen: die AU Fälle wegen psychischer Erkrankungen sind seit 2006 um 45 % angestiegen (von 4,0 auf 5,8 pro 100 Versichertenjahre).

Wenn Stress nicht kurzzeitig ist, sondern Dauerzustand, dann gelangt man in die Erschöpfungsspirale:
Stufe 1) Erste Anzeichen für Erschöpfung: Schlafprobleme Schmerzen, Energieverlust …
Stufe 2) Erschöpfung schreitet voran, alles dreht sich um Arbeit: Konzentrationsprobleme, Gedächtnisprobleme, Mehrarbeit (auf den Körper wird nicht gehört)…
Stufe 3) Körper und Geist steuern auf die völlige Erschöpfung zu: Grübelattacken, Niedergeschlagenheit bis zu suizidale Gedanken

BUCHTIPP Unger und Kleinschmidt: Raus aus der Erschöpfungsspirale

Individuelle Faktoren und Arbeitsplatzfaktoren können zur Arbeitsüberforderung (Erschöpfung, vegetative Stresssymptome) führen. Wenn dann nicht geruht wird, dann folgt Burnout als Risiko-Zustand (Zusatz Diagnose Z 73,0): Burnout zeigt sich z.B. durch Erschöpfung, Zynismus, Leistungsminderung. In dieser Phase ist noch kein Arzt nötig, da noch der Weg in die Regeneration gefunden werden kann. Wenn es jedoch so weiter geht und immer noch keine „Regeneration“ stattfindet dann folgt chronifizierter Stress mit möglichen Folgeerkrankungen wie Depression und Angsterkrankung.

Auf der anderen Seite können somatische und psychische Erkrankungen (Multiple Sklerose, Demenz, Schilddrüsenstoffwechsel-Erkrankungen, Krebs, etc.) wie Burnout aussehen und auch mit den „Erscheinungsformen“ des Burnouts einhergehen (z.B. Erschöpfung, Zynismus, Leistungsminderung). Daher ist es von wesentlicher Bedeutung, nicht leichtfertig Burnout zu sagen sondern genau hinzuschauen! Denn wenn Burnout falsch diagnostiziert wird, schadet man den Menschen!

Burnout kann durch Achtsamkeit und Maßnahmen am Arbeitsplatz vorgebeugt werden. Wenn Burnout schon ausgebrochen ist, ist es wichtig wieder aus der Spirale herauszukommen und sich zu regenerieren!
Depressionen dagegen brauchen nicht „Ruhe“ oder „lange Krankschreibungen“ sondern müssen (in den meisten Fällen ambulant) therapiert und wieder gut in die Arbeit integrieren werden.

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