GIPFEL020: Der Anerkennende Erfahrungsaustausch zwischen Vorgesetzten und MitarbeiterInnen als Vorsorgeinstrument

Referentin: Brigitta Gruber, @rbeitsleben

Der Anerkennende Erfahrungsaustausch (AE) – Führungskräfte lernen von Ihren Mitarbeitern!

Der AE ist ein in der Praxis erprobtes Führungsinstrument, bei dem die Zeiten der Anwesenheit des/der Mitarbeiters/in und nicht seine Abwesenheitszeiten im Mittelpunkt stehen. Dies schärft den Blick der Führungskräfte auf vorhandene Ressourcen von Gesundheit, Arbeitsfähigkeit und Wohlbefinden der Mitarbeiter im Unternehmen!

Warum? – Der Anlass

  • Informations-/Kommunikationstechnologie
  • Globalisierung
  • Dienstleistungsorientierung

„Arbeiten mit Leib und immer mehr mit Seele“ bedeutet, mit weniger Muskelkraft, Gelenkigkeit etc. die Aufgaben zu erfüllen – dafür ist unser Denken und Fühlen / die Persönlichkeit des Beschäftigten gefordert!

„Arbeiten mit Leib und immer mehr mit Seele“ ist geprägt durch 3 Aspekte:

  1. Wirtschaftslogik „subjektiviertes Arbeiten“ (z.B. räumliche und zeitliche Entgrenzung, Entbürogratisierung)
  2. MA-Potenziale wecken (z.B. Begeisterung, Kreativität)
  3. Selbstorganisation fordern (z.B. Selbststeuerung, Improvisation)

Die neue Arbeitswelt fördert, fordert und überfordert die Psyche: es gibt sowohl gesundheitsrelevante Chancen als auch Risiken, z.B.: anregendes Arbeiten bei vorhandenen Bewältigungsressourcen vs. Anspannung und Dauerstress bei fehlenden Bewältigungsressourcen. Wir brauchen einen Brandschutz für die Psyche!

Betriebliche Personalrisiken sind dort, wo keine langfristig bewältigbare Arbeitsanforderungen oder/und keine ausreichenden Bewältigungsressourcen vorhanden sind. Die Folgen sind Motivationsrisiko (z.B: enttäuschte Mitarbeiter), Austrittsrisiko (gefährdete Mitarbeiter) und Engpassrisiko (fehlende Mitarbeiter). Dies kann zur Gefährdung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens führen.

Wo hin? – Das Ziel

Es braucht eine betriebliche Strategie für nachhaltige Zukunfts- und Arbeitsfähigkeit: Personale und organisationale Bewältigungsressourcen sollen aufgebaut (z.B. Partizipation und soziale Unterstützung) und Arbeits- und Lebensanforderungen gestaltet werden.

Und Wie?

Ein Weg Die Wartung von Arbeitsmaschinen ist eine Selbstverständlichkeit aber wie sieht es mit der Personalpflege aus? Wir brauchen Personalpflege durch differenzierte Gestaltung von Anforderungen und Schaffen persönlicher An-Erkennung: Vorsorgliche Personalführung durch individualisierte, interaktionale Führung.

Der Anerkennender Erfahrungsaustausch (AE) ist ein in der Praxis erprobtes Führungsinstrument, bei dem die Zeiten der Anwesenheit des/der Mitarbeiters/in und nicht seine Abwesenheitszeiten. Der AE ist

  • ein Vorgesetzten-MitarbeiterInnen-Dialog plus
  • Systematische Einladung zum widederkehrenden Dialog
  • Systematische Auswertung
  • Schlussfolgerung aus den MA-Hinweisen
  • Beziehungspflege und Perspektivenwechsel zum wechselseigen Verstehen
  • Innehalten in (beschleunigten) Arbeitswelten
  • Teilnehmende-partizipative MA-Führung
  • Kein Belobigungs-, Bewunderungs- und Beurteilungsinstrument

Die Umsetzung in der Praxis ist in einem strategischen Prozess zu gestalten (MA- Info, Wertschätzenden Dialog, MA-Hinweise, Gesundheits-Kommunikation). Führungskräfte benötigen dabei Beratung, Reflexion, Unterstützung!

Die erste Wirkungsebene des AE sind Empathie und An-Erkennung durch MA-Führung. Die drei Aspekte der Empathie in der MA-Führung sind: Einfühlungsvermögen, mitfühlende Anteilnahme und Perspektivenwechsel (Aktives Zuhören). Der Perspektivenwechsel ist durch Tun und Reflektieren zu erreichen. Perspektivenwechsel ist eine rationale – überwiegend emotionsfreie -Fähigkeit, sich nüchtern vorzustellen, wie ein anderer die Welt sieht und was die Motive sind, die sein Verhalten leiten.

Leitthemen im AE

Was gefällt Ihnen bei der Arbeit?
Was davon am meisten?
Auf was sind Sie stolz im Unternehmen oder bei der Arbeit?
Was macht ihr Arbeitgeber für die Gesundheit der MA?
Stärken=Ressourcen
Was belastet und stört Sie?
Was davon am meisten?
Was würden Sie an meiner Stelle als erstes weiter verbessern?
Belastungen=Schwächen
Was machen Sie um arbeitsfähig zu bleiben?
Was brauchen Sie dafür?
Arbeitsfähigkeit

Die zweite Wirkungsebene ist das AE-Partizipationsangebot in der MA-Führung

  • MA-Gespräche mit allen MA (Anerkennender Erfahrungsaustausch)
  • Auswertung erkundeter bezogener Stärken und Schwächen
  • Beteiligungsorientierter Maßnahmenworkshop

Voraussetzungen – Was brauchts?

Benötigt wird Zeit, Unterstützung der Vorgesetzen, Neuer Stellenwert von Führung im Sinne von Abwandlung der alten Tradition der chinesischen Medizin: Führung ist beauftragt, befähigt, ausgestattet und honoriert dafür dass Ihre MA gut, gern und wohlbehalten lange arbeiten.

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