Gesundheitsgespräche im Wandel, Jochen Prümper und Kerstin Hamann

Hin zum partnerzentrierter Arbeitsfähigkeitsdialog. Was gibt es über Krankenstand und Fehlzeitengespräche zu sagen?

Was machen die Berliner Wasserbetriebe anders? Der BKK Gesundheitsbericht 2011 hat eine Statistik über die Entwicklung der
Krankenstände abgebildet.

Was war 1980? Viele Beispiele und gute Unterhaltung 😉 Der Begriff Krankfeiern wurde so ab 1980 im Munde geführt. Rückkehrgespräche wurden seit 1988 viel diskutiert. Die erste große Veröffentlichung “Einer fehlt und jeder braucht ihn” beschreibt in vier Stufen die Eskalation, wenn jemand immer wieder fehlt. Das heißt Anwesenheitsverbesserungsprozess. Am Ende stand die
Kündigung.

Das wurde viel diskutiert und kritisiert. Tatsächlich gibt es gar keine gute Forschung über die Wirksamkeit der Rückkehrgespräche.
Aus diesen ganzen Unterlagen kann man aber Mindeststandards für die Gespräche festlegen. Es soll einen Leitfaden geben um Transparenz sicherzustellen, Führungskräfte sollen solide qualifiziert sein, für Gespräche einerseits, über das Thema Gesundheit andererseits. Dann soll es Führungsunterstützung geben und ein gesundheitsbudget, damit etwas getan werden kann.

Es gibt eine neue Studie über Betriebsvereinbarungen zu Rückkehrgesprächen, die von HBS unterstützt wurde. Kiesche kommt darin zu der Überzeugung, dass da viel gedroht und wenig Fürsorge gestreut wird. Was tun nun die Wasserbetriebe? Ansatz war die Reduktion der Fehlzeiten, denn es gibt viele… es wurde ein Betriebliches Gesundheitsmanagement eingeführt, systematisch, das ist wichtig und in diesem Rahmen werden die Gespräche geführt.

Angefangen habe sie mit Verhaltensangeboten, gekoppelt mit Gesundheitszirkeln. Im Bereich der Verhältnisprävention wurde das Schichtmodell renoviert und mehr Maßnahmen angefangen. Im Bereich der Systemprävention haben sie interne und externe Mitarbeiterberatung eingerichtet, ein BEM, und die Führungskräfte dabei systematisch unterstützt, zum Beispiel bei einem Gespräch mit psychischen Erkrankten können sie sich Coaching und Beratung abholen.

In diesem Kontext funktioniert das Gesundheitsgespräch! Das wurde mit einer Dienstvereinbarung begonnen, die alle Beschäftigten bekommen haben. in der auch das BEM mitgeregelt ist. Der Geist dieser Gespräche soll sein: Fürsorge, Integration und Wertschätzung, und das bei allen Abwesenheitszeiten. Bei Krankheit kommen dazu Verantwortung, Repressionsfreiheit und Freiwilligkeit, Sanktionsfreiheit, Gemeinschaftlichkeit und Perspektivreichtum, also ein gutes Hilfsnetzwerk. Sachlichkeit kommt dazu, Lösungsorientierung, Verbindlichkeit, das heißt, es sollen Verabredungen getroffen werden.

Professionalität ist das letzte Stichwort, HR ReferentInnen können dazukommen, wenn es mal nicht so klappt. Für viele Situationen gibt es verschiedene Gespräche, freiwillig, und dann wird ja auch noch BEM angeboten und das kann auch schon vorher abgefordert werden.

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