Förderung der psychischen Gesundheit im Betrieb – Aktivitäten und Maßnahmen im Rahmen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie

Andreas HorstReferent: Andreas Horst

Im Zeitraum 2013 – 2018 werden die GDA-Träger ihre Präventionsaktivitäten auf folgende gemeinsame Arbeitsschutzziele fokussieren:

  • Verringerung von arbeitsbedingten Gesundheitsgefährdungen und Erkrankungen im Muskel-Skelett-Bereich (MSB)
  • Verbesserung der Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes (ORGA)
  • Schutz und Stärkung der Gesundheit bei arbeitsbedingter psychischer Belastung (PSYCHE)

Für die Umsetzung dieser Ziele haben die GDA-Träger drei Arbeitsprogramme – je Ziel ein Programm aufgelegt, deren Inhalte und Aktivitäten derzeit konkretisiert werden.

Ziel im Arbeitsprogramm PSYCHE ist eine flächendeckende Umsetzung von Maßnahmen zur menschengerechten Gestaltung der Arbeit und die Vermeidung von Gesundheitsrisiken durch psychische Belastungen.

Durch eine breite Informations- und Motivationskampagne sollen Unternehmer und Führungskräfte sowie andere betriebliche Akteure zum Thema psychische Belastungen am Arbeits- und Ausbildungsplatz sensibilisiert werden. Um arbeitsbedingte psychische Belastungen zu vermindern, sind Aktivitäten und Instrumente zur frühzeitigen Erkennung und Beurteilung von, Gesundheitsgefährdungen sowie Handlungshilfen, Best-practice-Beispiele und weitere Materialien geplant. Weiterhin werden umfangreiche Qualifizierungen der betrieblichen Akteure und auch der Aufsichtsdienste vorgenommen. Die Aufsichtspersonen der Länder und Unfallversicherungsträger sollen dabei in einem zweistufigen Konzept qualifiziert werden. Ein zentrales Anliegen des Programms ist es, Betriebe, Sozialpartner und weitere Kooperationspartner, wie zum Beispiel die Krankenkassen und die Fachverbände der Betriebsärzte und Fachkräfte für  Arbeitssicherheit, aktiv einzubeziehen – Erfolg ist nur durch Kooperation erreichbar.

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Ein Gedanke zu „Förderung der psychischen Gesundheit im Betrieb – Aktivitäten und Maßnahmen im Rahmen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie“

  1. Das Burnout ist keines der beiden. Es ist ein Problem des Individuums, das in der individualisierten Welt der Eigenverantwortung nicht die Instrumente gelernt hat, seine persönlichen Grenzen zu schützen und für sich selbst zu sorgen.
    Salutogenese)

    Ich spreche aus eigener Betroffenheit in 2002 und aus eigener Befreiung aus der darunterliegenden depressiven “Arbeitssucht-Anpassungsstruktur” sowie seit einigen Jahren aus der Erfahrung mit Menschen Btriebsräte und SBV) mit denen ich in Seminaren bei der IGM dazu arbeite und mit denen ich in Selbsthilfegruppen arbeite.

    Wie kam ich in den Burnout (erschöpfungsdepression) hinein?
    Kriegstraumatisierte Eltern (Baujahr 1954)
    Migrationshintergrund aus der DDR mit 37 Jahren
    Beruflicher Neustart ,
    Frühgeborenes Kind mit 40 Jahren und Perfektionismus
    und und.

    Menschen mit früher Verlassenheitserfahrung und (deshalb?)viel Ehrgeiz und hoher Leistungsorientierung und Perfektionismus passen sich an die globlalisierte, ökonomiegesteuerte, innovative, intensive und eigenverantwortliche Leistungskultur an und versuchen es allen recht zu machen. Dahinter liegt eine tiefe Angst (Existenzangst, Versagensangst, Angst vor Ablehnung).
    Wir wissen aus der Presse, daß sie krank zur Arbeit gehen und wir wissen um den Präsentismus – also die “Leistungsgeminderte” Anwesenheit aus Erschöpfung (Galluppstudie jährlich), die den Betrieben Kosten verursacht.

    Sie arbeiten bis zum Umfallen, weil sie es verdrängen müssen und funktionieren müssen, da nur der perfekte Mensch Würdigung und Anerkennung erfährt.
    Der sportliche Wettbewerb hat sich auf das ganze Leben übertragen.

    Was tun: Räume schaffen, um über die verdrängten Aspekte zu sprechen und das Thema zum Thema zu machen, um erstens Verständnis zu erlangen und zweitens von dem momentanen Leistungswahn wegzukommen: ich denke hier auch an die Gefährdungsbeurteilung im Betrieb als mitbestimmtes Instrument und vor allem an das Betriebliche Eingliederungsmanagement in einer lösungsorientierten Variante.
    (Ich habe über 20 Jahre Betriebsräte und Schwerbehindertenvertrauensleute ausgebildet im Arbeitsrecht und deren betriebliche Realität ist mir vertraut. Da sind noch dicke Bretter zu bohren.)

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