Das Arbeitsprogramm “Psyche” der GDA

Am Montag Morgen beginnt Bettina Splittgerber aus dem Hessischen Sozialministerium mit einem Referat, in dem sie das Arbeitsprogramm “Psyche” der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) erläutert. Aus Europa wurde der Auftrag an die staatlichen Aufsichtsbehörden herangetragen, eine Arbeitsschutzstrategie zu entwickeln. Neben den staatlichen Organen sind begleitend beteiligt auch die Sozialpartner und die Gesetzliche Krankenversicherung. Aktuell befindet sich die GDA in der zweiten Periode 2013-2018 mit drei Programmen. Das sind:

  • Verbesserung der Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes,
  • Reduktion von Muskel und Skeletterkrankungen
  • Schutz und Stärkung der Gesundheit bei arbeitsbedingter psychischer Belastung

Die GDA-Dachevaluation bei Betrieben und Beschäftigten – eine repräsentative Telefonbefragung – brachte u.a. das Ergebnis, dass Beschäftigte besonders häufig Arbeit unter Zeitdruck als stressend empfinden, dies wird von Führungskräften nicht in gleichem Maß gesehen. Diese vermuten besonders bewegungsarme Tätigkeiten und insgesamt eher klassische Belastungsfaktoren als stressrelevant.
Frau Splittgerber wies darauf hin, dass nur Punkte, auf die der Arbeitgeber Einfluss hat, in Gefährdungsbeurteilung (Belastungspunkte) enthalten sein sollten. Denn es ginge nicht um Therapie von Beschäftigten – das ist Privatsache – es ginge um Arbeitsbelastungen. Dies sind z.B. ungünstige Arbeitszeiten, Arbeitsdichte oder auch traumatisierende Ereignisse.

Das derzeitige Ziel der GDA ist eine flächendeckende Umsetzung von Maßnahmen zur menschengerechten Gestaltung der Arbeit und zur Vermeidung von Risiken durch psychische Belastungen. Als Maßnahme ist vorgesehen, dass die Gewerbeaufsicht die Betriebe aufsuchen wird, um die Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung psychische Belastungen zu verstärken. Mithilfe von Beratung sollen die staatlichen Fachleute schauen, was bisher gelaufen ist und den Arbeitgebern die jeweiligen Lücken in der Gefährdungsbeurteilung aufzeigen. Das gilt auch für kleinere Betriebe. Als Beginn hierfür ist das erste Halbjahr 2015 vorgesehen.

An die Interessenvertretungen gerichtet appelliert Frau Splittgerber dass diese wissen sollten, in welche Richtung sie laufen wollen: “Wenn die gute Fee käme und sagte Sie haben drei Wünsche frei, sollte der BR wissen, was er will. ” Wichtig sind nach einer Befragung nicht nur Ergebnisse, sondern die nachfolgende Handlungsorientierung.
Auch nach diesem Vortrag war Zeit für Nachfragen und Diskussionsbeiträge.

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