Weissbuch 4.0 – eine Einschätzung zum Arbeitsschutz

Annika Wörsdörfer, Referentin im DGB-Bundesvorstand, geht in ihrem Grußwort an die Veranstaltungsteilnehmenden auf das Weissbuch 4.0 ein.Es ist aktuell die Grundlage für ministerielle Diskussionen. In dem Weissbuch wird mit gerade 6 1/2 Seiten auf den Arbeitsschutz eingegangen. Dort werden leider kaum Ziele definiert und Schlussfolgerungen für die Entwicklung des Arbeitsschutzes gezogen. Auch das Thema Krebs durch neue Gefährdungen ist so gut wie nicht mehr präsent.

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Was-dass-Interessen bestimmen Gute Arbeit


Im Einführungsreferat des 10. Gesundheitsgipfels sprach Dr. Klaus Peters, COGITO Institut für Autonomieforschung zum Thema „Gute Arbeit und indirekte Steuerung“, vor welchen Herausforderungen stehen Betriebliche Interessenvertretungen im Zuge des digitalen Wandels.
Er arbeitete in seinem Beitrag insbesondere heraus, auf welche aktuelle betriebliche Situation die Mechanismen der Digitalisierung treffen und wie sie wirken. „Was-dass-Interessen bestimmen Gute Arbeit“ weiterlesen

Der 10. Gesundheitsgipfel hat begonnen


Am Sonntagnachmittag startete der 10. Gesundheitsgipfel am Starnberger See. Durch den Gipfel werden wieder leiten Conny Danigel und Sabine Heegner. Sie begannen mit einer kurzen Rückschau der Ergebnisse des vergangenen Jahres und einer sich daraus ableitenden Einführung in das diesjährige Gipfelthema.

Wir sagen danke und freuen uns auf ein Wiedersehen beim 10. Gesundheitsgipfel

DSC_0198 - KopieDer 9. Gesundheitsgipfel ging am Mittwochmittag nach drei intensiven Tagen zu Ende. Unser Team sagt tschüss und danke…

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…und freut sich auf ein Wiedersehen mit Euch beim
10. Gesundheitsgipfel vom 03. – 06.09.2017!

Einblick in die Crowd

Foto Steinhauser_DSC_0206Am Mittwochvormittag bekamen die Teilnehmenden von Markus Steinhauser (testbirds) einen Einblick in die Rahmenbedingungen von Crowdsourcing. Er erläuterte die unterschiedlichen Crowd business models wie z.B. media and data, market places oder non profit models. Es gibt vergleichsweise Grenzbereiche, wie das Modell der share economy.

Bei Testbirds, einem Unternehmen das Software-Testing mithilfe von Crowdworkern anbietet, bekommen die Tester einen Grundbetrag und einen Zuschlag für jeden Fehler, den sie während der Testphase gefunden haben. Die Tester sind selbstständig. Sie erhalten von Testbirds eine Einladung, deren Ablehnung keine negativen Konsequenzen hat. Testbirds geht von einem Stundenlohn von ca. 10 € aus. Knapp die Hälfte der von Testbirds beauftragten Tester sind Schüler/Studenten, die sich neben dem Spaß an der Sache ein wenig dazu verdienen wollen. U.a. von Testbirds wurde ein Code of Conduct angestoßen, der faire Bedingungen absichern soll.
Im Anschluss an das Referat konnten viele offene Fragen beantwortet werden.

 

BG setzt auf Präventionskultur

DSC_0173Dr. Christoph Preuße von der BG Holz und Metall beschreibt im Anschluss an den Vortrag von Prof. Wedde die Handlungsansätze in den Betrieben aus Sicht der Berufsgenossenschaften. Er weist darauf hin, dass der Begriff Industrie 4.0 im internationalen Umfeld “smart manufactoring” heißt.

Die BG hat eine Kampagne zur Präventionskultur in den Betrieben ins Leben gerufen, die die Arbeit der nächsten 10 Jahre bestimmen wird. Danach ist beim Aufstellen der Produktionskette der Arbeitsschutz integraler Bestandteil der Bewertung. Wichtig ist, nach Umsetzung der Maßnahme zu schauen, ob diese auch tatsächlich den vereinbarten Planungen entspricht.

Die BG sieht wenig Bedarf, die Normen des Arbeitsschutzes zu verändern, dagegen gebe es aber erheblichen Bedarf an Veränderung der Regeln und der herausgegebenen Informationen zur Vernetzung.

 

Datenschutz mit Blick auf 4.0

DSC_0167Im Anschlussvortrag am Nachmittag beschreibt Prof. Dr. Peter Wedde die Herausforderungen der Neuen digitalen Arbeitswelt für den Schutz der Daten der Beschäftigten.

Er erklärt, dass die Geschwindigkeit der Veränderung in den letzten 30 Jahren sich immer weiter gesteigert hat. Inzwischen gibt es neue Programme, wie z.B. Office 365, die alle Informationen über die Arbeitsweise von Beschäftigten zu einem Ganzen zusammenfügen und warnt vor dem Bild, was sich daraus entwickeln lässt. Inzwischen sind auch wieder Großraumbüros aktuell, die mit ihrem Lärm zu einer erhöhten Belastung führen. Ebenso belastend sind die Bedingungen für mobile working. Nicht die plakativen Bilder von Freizeit sind die Realität sondern gezwungene Haltungen in Umgebungen, die nicht beeinflusst werden können.

Mit Einzelbeispielen, wie die Zunahme von digitalen Akten in Krankenhäusern oder auch Facebookgruppen von Beschäftigten der Intensivstationen, in denen die Krankensituationen ausgetauscht werden, beschreibt Peter Wedde die Gefahren, wenn der Datenschutz außer Acht gelassen wird.

In einem rechtlichen Ausblick erläutet Peter Wedde die ab 2018 anstehende Datenschutzgrundverordnung. Als weiter diskutiertes Thema wird bleiben die Vorratsdatenspeicherung, die für Arbeitgeber in der Industrie 4.0 gefordert werden wird.
Für Betriebsräte stehen folgende Themen an:

  • Revision von IT-RegelungenVerankerung von Auditverfahren
  • Verankerung von sinnvollen Veränderungsmechanismen, sobald IT-Systeme wechseln.

Die Zukunftswerkstatt ist eröffnet

DSC_0088Am Dienstagvormittag leitet Guido Brombach vom DGB Bildungswerk die Zukunftswerkstatt ein mit einem Kurzvortrag zu den Unterschieden zwischen analoger und digitaler Welt. Er erläutert folgende digitale Gesetze:

  • Alles ist öffentlich
  • Standardzustand ist die Kopie, kein Unterschied zum Original
  • Durchsuchbarkeit (Hoheitswissen in der Krise)
  • Read/write
  • Vernetzt/verlinkt
  • Raum- und Zeitsouveränität

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Arbeitswissenschaft und Berufsgenossenschaft

DSC_0062In einem Vortrag am Nachmittag erläuterte Dr. Michael Niehaus von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, was die Arbeitswissenschaft als wirklich neue Elemente erkannt hat. Dies sind:

die digitalisierte Kommunikation Maschine – Produkt – Mensch
Neue Steuerungsinstrumente
Zunahme und neue Formen der atypischen Beschäftigung
Neue Unternehmensstrukturen und
Diversität (die Summe der “Randgruppen” haben eine Größenordnung erreicht, die eine Herausforderung bedeutet)

Das entscheidende Instrument, mit dem den neuen Gefährdungen begegnet werden kann, ist die Gefährdungsbeurteilung. Insbesondere die Ausuferung der Arbeitszeit bedarf einer neuen Unternehmenskultur, die exzessive Überstunden nicht auch noch belohnt sondern als schädlich erkennt und entsprechend behandelt.

DSC_0079Dr. Stefan Dreller von der DGUV berichtete im Anschluss von den Aktivitäten aus seinem Bereich. Insbesondere zeigte er einige Technikbeispiele, die das Arbeiten 4.0 anschaulich machen. So werden inzwischen z.B. Von Dachdeckern Drohnen genutzt, um den Kunden ein Angebot machen zu können. Der Vorteil ist offensichtlich: der Dachdecker muss nicht zuerst aufs Dach, um sich die Schadstellen ansehen zu können, sondern kann direkt auf seinem Smartgerät die Schäden identifizieren.

Die DGUV sieht insbesondere in der räumlichen und zeitlichen Flexibilisierung das neue Kriterium, welches eingedämmt werden muss. Hier ist der Arbeitgeber in der Pflicht, z.B. über Betriebsvereinbarungen mit den Interessenvertretungen spezifische Lösungen zu finden.