Burnout ist gesellschaftlich etabliert – Depressionen sind tabu!

Quelle: Zeitsch

rift Gute Arbeit Ausgabe 5/2013, S. 4/5

CC by-nc-sa 2.0 by  Tombografie (flickr)Depressionen sind im Betrieb tabu – viele Beschäftigte halten sich mit Psychopharmaka fit!

„Von psychischen Erkrankungen, etwa von Depressionen Betroffene gelten in ihrem Betrieb oft als „Minderleister“, als „nicht belastbar“.

Etwa jeder 20. Deutsche leidet dem bundesweiten Gesundheitssurvey zufolge derzeit an Depressionen – und die Forschung geht davon aus, dass die Zahl der Betroffenen in allen Altersgruppen etwa gleich groß ist. In absoluten Zahlen wären das rund zwei Millionen Erwerbstätige. Offiziell sind es erstaunlicherweise viel weniger.

Aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) geht hervor, dass es im Jahr 2011 unter den 3,5 Mio. erwerbstätigen TK Versicherten nur 61000 einschlägige Krankschreibungen gab. Diesen Zahlen zufolge wäre höchstens knapp jeder 60. betroffen.

Da passt etwas nicht zusammen. Aufschluss gibt die Zahl der Antidepressiva Verordnungen. Für die Welt am Sonntag hat die TK berechnet, dass jeder erwerbstätige Versicherte bei der Kasse im selben Jahr im Schritt mehr als zehn Tagesdosen dieser Psychopharmaka verordnet bekam – das macht mehr als 35 Millionen Pillen pro Jahr allein bei dieser Kasse. Das bedeutet: die tatsächliche Zahl der psychisch Erkrankten ist viel höher als offiziell ausgewiesen. Viele Beschäftigte halten sich mit Tabletten fit für die die Belastungen des Arbeitsalltags. Und ihre Kolleginnen und Kollegen sowie Vorgesetzte dürfen nichts davon wissen. Denn psychische Erkrankungen gelten weiterhin als Makel und sind tabu.“

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