BGM lebt von Vorbildern

Zum Abschluss der Tagung berichtet Bettina Bludau, GBR-Vorsitzende der IBM Deutschland Research & Development GmbH, aus der betrieblichen Praxis. Sie stellt das Betriebliche Gesundheitsmanagement bei IBM vor und geht auf die dortigen Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten im Zuge der Digitalisierung ein.

Die ersten Schritte wurden 2008 mit der Erklärung zum Demographischen Wandel gemacht. 2014 stand der Tarifvertrag Gesundheitsmanagement. Im Fokus standen die Themen psychische Belastungen, Krebsvorsorge und Herz-Kreislauf. Ziel sollte sein, für die Beschäftigten die Gesunderhaltung und Leistungsfähigkeit zu stärken, damit sie leistungsbereit bleiben können. Die gesundheitliche Handlungskompetenz sollte außerdem erweitert werden.

Der Prozess begann mit einer Pilotphase, die den gesamten Kreislauf Feststellung, Auswertung, Maßnahmen und Umsetzung durchlief. Danach lief der Rollout im gesamten Unternehmen. Heute ist der Zyklus einmal durchlaufen.

Wichtiges Element im Prozess ist die Gesundheitskommission, die paritätisch mit je 3 Gewerkschaftsmitgliedern des Unternehmens und Vertretern des Arbeitgebers besetzt ist. Hinzu kommen beratend die Sicherheitsfachkraft, Betriebsärzte und weitere betriebliche Funktionsträger. Einmal jährlich wird über die Aktivitäten Bericht erstattet.

Die Ergebnisse der Befragungen zeigten sowohl Stärken wie auch Gefährdungen. Bettina Bludau macht in ihrem Vrotrag deutlich: „Es ist leichter Stärken zu stärken, um die Gefährdungen zu verkleinern, als allein an den Gefährdungen zu arbeiten“.

Hinsichtlich der Gefährdungen gab es keine Überraschungen sondern Sichtbarmachen von Bekanntem: Fremdbestimmung im Hinblick auf Arbeitsmenge, Arbeitsintensität, Störungen im Arbeitsablauf, Arbeitsplatzsicherheit, fehlende Wertschätzung. Trotz der Vorhersehbarkeit der Gefährdungen ist die Befragung von hoher Wichtigkeit für Betriebsräte, denn es kann auf die Ergebnisse verwiesen werden, wenn man mit dem Arbeitgeber über erforderliche Maßnahmen verhandelt.

Nicht zu unterschätzen ist bei der Erarbeitung der Maßnahmen, dass es gilt, die passenden Maßnahmen zu finden. Als Maßnahmen bei IBM lassen sich eine große Vielfalt von Einzelaktivitäten unter folgenden Überschriften zusammenfassen: Investitionen in Prävention (Gesundheitsförderung, Arbeitsmedizin, psychische Gesundheit), BEM. Weitere Maßnahmen ließen sich in überarbeiteten Tarifverträgen u.a. zu Arbeitszeit und Mehrarbeit, Vereinbarkeit, Qualifizierung und Nachwuchsförderung unterbringen. Ein Beispiel: der Wellness Advisor, der auch für Familienmitglieder offen ist. Dabei handelt es sich um eine externe vertrauliche telefonische Beratung.

Zum Schluss ihres Vortrags kommt Bettina Bludau zu ihrem Appell an die Teilnehmenden: es gilt, ein BGM nicht nur auf dem Papier zu entwickeln, sondern dies auch zu leben. Dabei ist die Vorbildfunktion alles Beteiligten Funktionsträger wichtig.

 

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